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Demonstration der Fischer am Bodensee
600 Fischer demonstrierten gegen NABU und Kormoran
600 Fischer tragen die Äsche zu Grabe
Kundgebung der Fischerei am Bodensee gegen Kormoran und NABU
Die größte Naturschutztagung im gesamten deutschsprachigen Raum nutzten die Fischer aus Südbaden und der Bodenseeregion aus, um die Öffentlichkeit auf die Fehlinformationen des NABU zum Thema Fischartenschutz und das Kormoranproblem aufmerksam zu machen.
Über 600 Fischer aus Baden-Württemberg und der Schweiz begleiteten den Trauerzug am 04. Januar 2010 durch die Stadt Radolfzell am Bodensee.
Die Berufsfischer am Bodensee-Untersee trugen dabei symbolisch die Äsche zu Grabe. Der Trauerzug wurde angeführt von einer Musikkapelle, gefolgt von der Äsche auf einer Bahre, getragen von den Berufsfischern. Dahinter marschierten die „Trauernden“ mit Plakaten und Bannern vom Bahnhof über den Marktplatz durch die Stadt bis hin zum „Milchwerk“, dem Tagungsort von NABU und BUND. Dort wurde dann, begleitet durch Trauermärsche, die Äsche zu Grabe getragen. 
In der Grabrede des Vorsitzenden der Berufsfischer am Untersee, Stefan Riebel, wurde auf die Behauptungen von NABU und BUND verwiesen, der Kormoran sei am Verschwinden dieser Fischart unschuldig. Die Äschenbestände gehen zurück, obwohl die Gewässerstrukturen sich nicht verschlechtert haben. Nur die Zahl der Kormorane hat erheblich zugenommen.
Die Äsche wird die erste verschwundene Fischart sein, andere werden folgen. Die gesamte Artenvielfalt des Sees wird gefährdet.
Nicht nur die Äsche im See ist durch die zunehmende Zahl der Kormorane gefährdet, auch die Berufsfischerei kämpft wegen der Kormorane um ihr Überleben. Rückläufige Fangergebnisse und Schäden an den Fanggeräten erschweren die Ausübung eines der ältesten Berufe der Welt.
Vom „Bodensee-Fisch“ und dessen gutem Ruf profitieren Tourismus und Gastronomie. Die aktuelle Werbekampagne „Gutes vom See“ wird bald in „Gutes aus Übersee“ umbenannt werden müssen, wenn der Fisch nicht mehr aus dem Bodensee kommt.
Alle Bemühungen der Fischerei, die Äsche zu erhalten (freiwilliger Fangverzicht, Vermehrung, Aufzucht und Besatz, Kormoranwacht) reichen nicht aus, solange der Kormoran sich weiter ungebremst vermehren darf. Ein fachlich begründetes Management durch Regulierung des Kormoranbestandes am Untersee wurde mehrfach von der Fischerei vorgeschlagen und sogar vom Regierungspräsidium begonnen.
Diese Ansätze wurden aber durch den NABU ohne sachliche Begründung abgelehnt und zunichte gemacht. In einer beispiellosen Hetz- und Verleumdungskampagne versucht der NABU seither, die Öffentlichkeit gegen die Fischerei aufzubringen. In der Zwischenzeit will er auch die Angelfischerei fast gänzlich verbieten lassen und hat einen entsprechenden Antrag gestellt.
Diese Veranstaltung hat deutlich gezeigt, dass das Problem mit dem Kormoran sehr viele Menschen betrifft. Die Medien in Deutschland, der Schweiz und Österreich haben über die Kundgebung berichtet, Radio und Fernsehen waren dabei. Trotz wiederholter Aufrufe der Aktivisten von NABU und BUND haben diese nicht auf die Ankündigung der Kundgebung reagiert.
Vertreter der Naturschutzverbände haben den Fischern sogar zu der gelungenen Kundgebung gratuliert,
sie waren von der Masse der Teilnehmer und der guten Inszenierung vollkommen überrascht. Intern wird der NABU wohl noch eine ganze Weile brauchen, bis dieses Ereignis verarbeitet ist.
Es wird sich zeigen, ob nur der NABU vom Kormoran als „Vogel des Jahres“ profitiert, oder auch der wahre Naturschutz, den die Fischerei im Sinne eines ausgewogenen Artenschutzes verfolgt.
Landesfischereiverband Baden e.V., I. Kramer, Januar 2010