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Mahnwache auf dem Marktplatz Karlsruhe
Fischer fordern neutrale und sachliche Entscheidungen der Naturschutzbehörden
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Wir Fischer forderten im Konflikt Kormoran und Fischartenschutz endlich neutrale und sachliche Entscheidungen der Naturschutzbehörden
Stadt- und Landkreis Karlsruhe haben über 10 Millionen Euro für Renaturierungsmaß- nahmen an Fließ- und Stillgewässer ausgegeben. Eingeflossen sind auch Mittel aus der Fischereiabgabe und viele tausend ehrenamtliche Arbeitsstunden der Fischereivereine.
Allein an der Alb wurden für ökologische Maßnahmen ca. 5 Millionen Euro ausgegeben. Der nunmehr fast vollständig renaturierte Fluss ist eines der Programmgewässer zur Wiederansiedelung des Lachses und anderer Wanderfische. Hierfür erbrütet der Anglerverein Karlsruhe jährlich 30.000 Lachseier.
Mit dem Spatenstich zur neuen Albschleuse werden nun erneut 1,6 Millionen Euro investiert.
Vor allem das Wiederauftreten von Meerneunaugen hat gezeigt, wie erfolgreich die bisherigen Maßnahmen sein können.
Trotz dieser umfangreichen Bemühungen ist der Erfolg der Lachswiederansiedlung hochgradig gefährdet. Ursache ist die gerade in der Region Karlsruhe mittlerweile besonders hohe Kormoranpopulation, die vor allen Dingen den Jungfischen extrem zusetzt, aber auch den älteren Tieren kaum eine Überlebenschance lässt. Der Vogel macht praktisch sämtliche Bemühungen des Fischartenschutzes und damit viel Engagement der Fischereivereine wieder zu Nichte.
Die gesetzliche Möglichkeit, gefährdete Fischbestände durch Vergrämung von Kormoranen zu schützen, ist im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Die für die Zulassung solcher Maßnahmen zuständigen Behörden in Karlsruhe (je nach Einzelfall Untere- oder Obere Naturschutzbehörde) sind jedoch mit der Umsetzung mehr als zögerlich. Anträge der Berufs- und Angelfischer werden jahrelang verschleppt, fischereifachliche Empfehlungen ignoriert.
Es hat fast den Anschein, dass die höhere Naturschutzbehörde am Regierungspräsidium den Schutz des völlig ungefährdeten, ja sich beispiellos vermehrenden Kormorans weit über den Schutz hochgradig gefährdeter Fischarten stellt. Sachlich ist das nicht mehr nachvollziehbar, ebenso wenig wie die abwegigen und teilweise sachverdrehenden Äußerungen des NABU gegen eine Kormoranvergrämung.
Um auf diese Missstände hinzuweisen, veranstaltete der Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. vom 17. bis 19. Juni eine Mahnwache auf dem Marktplatz in Karlsruhe. Es wurde dort auf die starke Bedrohung der Fischbestände durch den Kormoran mit einem Informationsstand und Mahnmal öffentlich aufgezeigt.
Es war eine gelungene Aktion der Fischerei mit Beteiligung von Vereinen aus zwei Regionalverbänden, dem VFG und LFV-Baden, das ist gut so, denn nur gemeinsam sind wir stark.
Dies stimmt mich auch positiv zur anstehenden Fusion aller Regionalverbände.
Zum Schluss möchte ich mich auch auf diesem Wege bei allen Beteiligten und Helfern sowie bei Herrn Sosat für die Teilnahme und Unterstützung recht herzlich bedanken.
Bis bald und Petri Heil
Euer
Ralf Oberacker
(Vizepräsident Landesfischereiverband Baden)

